Glossar / Abkürzungen
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A
Afrika-EU-Energieforum

Unter dem Titel „Auf dem Weg zu einer afrikanisch-europäischen Energiepartnerschaft“ fand am 6. und 7. März 2007 das „Afrika-Europa Energieforum Berlin 2007“ statt. Diese fand unter der Leitung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Europäischen Kommission statt und hatte zum Ziel, eine gemeinsame afrikanisch-europäische Energiepartnerschaft zu entwickeln. Im Rahmen der 2002 auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannisburg ins Leben gerufenen EUEI (EU Energy Initiative for Poverty Eradication and Sustainable Development) arbeitet das Forum auf eine Kooperation im Gebiet von Energieeffizienz, Energiesicherheit und erneuerbaren Energien hin. Ergebnisse der Initiative waren u.a. die Schaffung der Afrika-Karibik-Pazifik-EG Energiefazilität und der EU-Afrika-Infrastrukturpartnerschaft.
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Aktionsplan für Energieeffizienz

Der sechsjährige (2007-2012) Energieeffizienz-Aktionsplan ist der Rahmen für die Umgestaltung des Energiebinnenmarktes und aller Produktions- und Lebensbereiche, mit dem Ziel der Steigerung der Energieeffizienz. Der Plan hat zum Ziel den Energiebedarf, Energieverbrauch und die Energieversorgung so zu steuern, dass bis zum Jahr 2020 insgesamt 20% des jährlichen Energieverbrauchs (gemessen am hochgerechneten Energieverbrauch für das Jahr 2020) eingespart werden können. Dieses Ziel könnte Energieeinsparungen von rund 1,5% jährlich bis zum Jahr 2020 entsprechen. Dazu soll auf energieeffizientere Techniken, Produkte und Dienstleistungen gebaut werden, sowie eine Verhaltensänderung der Verbraucher bei gleich bleibender Lebensqualität herbeigeführt werden.
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AKP-Energiefazilität

Als AKP-Energiefazilität wird ein EU Finanzinstrument bezeichnet, das dabei helfen soll, den AKP – Staaten (Afrika, Karibik, Pazifik) zu einem leichteren Zugang zu modernen Energiedienstleistungen zu verhelfen. Die Finanzierung beläuft sich auf 250 Millionen Euro und soll vor allem für Projekte wie der Erbringung von Energiedienstleistungen, der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen und der Vorbereitung zukünftiger Großinvestitionsprogramme dienen.
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B
Barcelona Prozess

Auch Euro-Mediterrane Partnerschaft (EMP) genannt, bezeichnet die Politik der EU gegenüber den Mittelmeeranrainerstaaten. Sie wurde durch die Erklärung von Barcelona (1995) initiiert und zielt darauf ab, „den Frieden und die Stabilität in der Region auf eine solidere Grundlage zu stellen und einen politischen Dialog einzuleiten, der sich an den gemeinsamen Werten der Partnerländer orientiert“. Darüber hinaus sollen die wirtschaftlichen Beziehungen gestärkt werden, die in der Errichtung einer Freihandelszone münden sollen.
Die Partnerschaft ist in drei sogenannte „Körbe“ unterteilt:
1. Korb: Politik und Sicherheit
2. Korb: Wirtschaft und Finanzen
3. Korb: Soziales und Kultur.
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Baku-Initiative

Die Baku-Initiative ist ein politischer Dialog zwischen der EU und den Staaten der Schwarzmeerregion, des Kaukasus und Zentralasiens (Aserbaidschan, Armenien, Georgien, Iran, Kasachstan, Kirgisien, Moldawien, Russland, Ukraine, Usbekistan, Tadschikistan, Türkei und Turkmenistan), der die Kooperation im Energiebereich zwischen der Europäischen Union und den Staaten der Schwarzmeerregion sowie der Kaspischen Meerregion und deren Nachbarn, verbessern soll. 2004 ins Leben gerufen, soll die Initiative in diesen Staaten funktionierende Märkte für Öl, Gas und Strom in Orientierung an den rechtlichen Strukturen des europäischen Energiemarktes schaffen.
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„Beschleunigungsrichtlinien“

Die sogenannten Beschleunigungsrichtlinien von 2003 sind Teil eines Richtlinienpakets zur Öffnung der Strom- und Gasmärkte in der EU. Sie stellten einen weiteren Schritt zur Schaffung eines voll funktionsfähigen und wettbewerbsfähigen Binnenmarkt in Strom- und Gasbereich dar. Die Richtlinien sahen unter anderem die Entflechtung von integrierten Energieunternehmen sowie die vollständige Marktöffnung für Gewerbe- und Industriekunden bis 2004 und für alle Kunden bis 2007 vor. Ihren Namen verdankt die Richtlinie den durch sie erhofften „beschleunigten“ Liberalisierungseffekten, die bis Mitte 2007 erreicht werden sollten.
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Bioethanol

Mit dem Begriff „Bioethanol“ bezeichnet man Ethanol, das ausschließlich aus nachwachsenden Kohlenstoffträgern (d.h. Biomasse-Rohstoffen) gewonnen wird. Er entsteht durch Gärung und nachfolgender Destillation aus Cellulose, Zucker oder Stärke. Verwendet wird Bioethanol als Kraftstoffbeimischung für Ottomotoren in Mineralölderivaten oder auch als Biokraftstoff selbst.
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Biomasse

Unter Biomasse versteht man den biologisch abbaubaren Teil von Erzeugnissen, pflanzlichen und tierischen Abfällen und Rückständen der Land- und Forstwirtschaften sowie den biologisch abbaubaren Teile von den Abfällen aus Industrie und privaten Haushalten.
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Biokraftstoffe

Biokraftstoffe sind Treibstoffe, die nach verschiedenen Verfahren aus Biomasse hergestellt werden. Unterschieden werden sie nach Biokraftstoffe erster und zweiter Generation.
Bei Biotreibstoffen erster Generation handelt es sich um Treibstoffe, die aus spezifischen Pflanzenteilen und spezifischen Pflanzenarten produzierte werden (Zucker, Öle).
Die zweite Generation von Biokraftstoffen kann aus Pflanzenresten unspezifischer Pflanzen, wie etwa Zellulose von Pflanzenstängeln und Holz, oder aber durch die vollständige Nutzung unspezifischer Pflanzen gewonnen werden. Während der Anbau von Biokraftstoffen erster Generation in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau gesehen werden kann, können Biokraftstoffe der zweiten Generation zusätzlich zu diesem erzeugt werden.
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Bottom-up-Ansatz

Als Bottom-Up Ansatz wird das Prinzip bezeichnet, wonach die Verwaltung und Durchführung von Programmen der EU dezentral - also in der Verantwortung der Mitgliedstaaten – abzuwickeln ist. Der Ansatz folgt dem Subsidiaritätsprinzip und betraut die entsprechenden Institutionen auf lokaler oder nationaler Ebene mit der Durchführung, da sie die spezifischen Bedürfnisse einschätzen, die beteiligten Akteure beurteilen und die ordnungsgemäße Verwendung der Fördermittel kontrollieren können.
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C
CE-Kennzeichnung

Die CE-Kennzeichnung ist eine nach dem EU-Recht (CE-Richtlinie/ Binnenmarktrichtlinien) vorgeschriebene Kennzeichnung von bestimmten Produkten, die in den europäischen Wirtschaftsraum (EWR) geliefert oder hergestellt werden, um deren Produktsicherheit zu bezeugen. Die CE-Konformität wird durch das Kennzeichen „CE“ auf den Produkten angegeben.
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Charta der Rechte der Energieverbraucher

Mit der Charta der Rechte der Energieverbraucher sollen die Rechte der Verbraucher in den Bereichen Strom – und Gasversorgung in der EU gestärkt werden. Die Charta umfasst Aspekte wie Verträge, Auskünfte, Preise, Streitbeilegung und den Schutz vor unlauteren Geschäftspraktiken.
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CCS-Technologie (Carbon-Capture-and-Storage)

Die „Carbon-Capture-and-storage“/ „Kohlenstoffabscheidung und –speicherung“ ist eine Technologie, bei der das bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen zur Stromerzeugung entstehende CO2 erfasst, abgetrennt und anschließend in erschöpfte Ergas- oder -ölfelder bzw. in tief liegende, Salzwasser führende Schichten im Boden gepresst und gespeichert wird. Die Entwicklung eines rechtlichen Rahmens und die Förderung der CCS-Technologie stellt eine der Schlüsselmaßnahmen der EU im Klima-Energie-Paket dar. Jedoch ist CCS teuer und technologisch noch in der Entwicklung; darüber hinaus herrscht Unsicherheit über mögliche Gefahren, die vom Transport und von der Lagerung des CO2 ausgehen könnten. Deshalb fördert die EU die Errichtung von CCS-Demonstrationsanlagen, um Erfahrungen mit dieser Technologie zu sammeln und Ängste vor ihren potenziellen Gefahren abzubauen.
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D
Diskriminierungsfreier Netzzugang für Dritte

Tendenziell haben vertikal integrierte Netzbetreiber einen wirtschaftlichen Anreiz, Konkurrenten („Dritte“) beim Netzzugang durch zu hohe Preise oder diskriminierende Bedingungen zu benachteiligen. Daher ist es für einen funktionierenden Wettbewerb wichtig, durch geeignete Maßnahmen und Vorschriften einen diskriminierungsfreier Netzzugang für Dritte zu schaffen, damit alle Anbieter, die ihren Strom durch die Netze leiten wollen, die gleichen Konditionen erhalten.
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Downstream siehe Upstream

Drittstaatenklausel

Der Kommissionsvorschlag zum Dritten Binnenmarktpaket beinhaltet eine sogenannten Drittstaatenklausel. Laut dieser Klausel sollte es Investoren aus Drittstaaten grundsätzlich verboten werden, Energie-Übertragungsnetze in der EU zu kontrollieren. Ausnahmen soll es nur dann geben, wenn dies ein Abkommen zwischen der EU und dem betreffenden Land ausdrücklich erlaubt.
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E
Eigentumsrechtliche Entflechtung
siehe Entflechtung

EITI (Extractive Industries Transparency Initiative)

Die EITI ist eine Initiative zur Verbesserung der Transparenz in der Rohstoffindustrie und zur Förderung von Good Governance in den Produzentenländern. Sie wurde 2002 nach dem Gipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg ins Leben gerufen. Die Initiative hat das Ziel, durch die Entwicklung von verlässlichen Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Staat, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass alle Bevölkerungsgruppen vom Rohstoffreichtum ihres Landes profitieren können.
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Entflechtung

Als Entflechtung (engl.: unbundling) wird allgemein die Stärkung oder Herstellung der Unabhängigkeit zwischen verschiedenen Geschäftsfeldern eines Unternehmens verstanden. Im Energiesektor unterscheidet man hierbei zwischen zwei Arten der Entflechtung: Bei rechtlicher Entflechtung (legal unbundling) müssen vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen sicherstellen, dass die Betreiber der Netz hinsichtlich ihrer Rechtsform unabhängig von anderen Tätigkeitsbereichen der Energieversorgung sind. Unter Eigentumsrechtlicher Entflechtung (ownership unbundling) versteht man hingegen nicht nur die rechtliche sondern die vollständige Unabhängigkeit zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen eines Unternehmens durch entsprechende gesetzliche und regulatorische Vorgaben.
Im Energiesektor haben vertikal integrierte Energieversorgungsunternehmen traditionell die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zum Endkunden abgedeckt. Durch die eigentumsrechtliche Entflechtung der Energiekonzerne sollen nun Strom- und Gasnetze eigentumsrechtlich und funktional vom Erzeugungsbereich getrennt werden, der Monopolbereich Netz also von den Wettbewerbsbereichen Erzeugung und Verteilung unterschieden werden, wodurch sich die Eigentumsstruktur des Unternehmens von Grund auf verändert. Die Ziele des Unbundling sind die Verhinderung des Missbrauchs der Sonderstellung des Netzbetreibers, so dass eine Gleichbehandlung des eigenen Energiebetriebs und fremder Energiehändler hinsichtlich Prozesse, Fristen und Datenbereitstellung gesichert wird. Darüber hinaus soll Transparenz geschaffen werden, damit eine klare Zuordnung der Kosten möglich wird.
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EU-Emissionshandelssystem (EHS / Emission Trading System (ETS))

Der EU-Emissionshandel ist ein marktwirtschaftliches Politikinstrument, das dazu beitragen soll, das Ziel der Treibhausgasemissionsreduktion, welches die Europäischen Union unter dem Kyoto-Protokoll eingegangen ist, regional zu erreichen. Das System bezieht Kraftwerke sowie große Industrieanlagen ein, lässt private Verbraucher und kleinere Anlagen jedoch außen vor. Die Betreiber erhalten bzw. erwerben eine festgelegte Anzahl CO2-Zertifikaten, die sie dazu berechtigt, eine genau festgelegte Menge an Treibhausgasen zu emittieren. Verursacht die Anlage mehr Emissionen als durch die Zertifikate abgedeckt, so muss der Betreiber zusätzliche Zertifikate erwerben oder in klimafreundliche Technologien investieren, um die Emissionen zu reduzieren. Verbraucht eine Anlage weniger Zertifikate als ursprünglich angenommen, kann der Betreiber, umgekehrt die überschüssigen Zertifikate verkaufen und so einen zusätzlichen Gewinn erwirtschaften. Hinter dem Emissionshandel steckt die Idee, dass Emissionsreduktionen dort stattfinden sollen, wo sie am kostengünstigsten zu erreichen sind. Den Unternehmen soll so ökonomische Flexibilität zugestanden werden, anstatt sie alle gleichermaßen auf starre Emissionswerte zu verpflichten. Das System trat 2005 in der Europäischen Union in Form einer Richtlinie in Kraft.
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Energy-Star-Abkommen

Das freiwillige Stromsparprogramm Energy-Star wurde zusammen mit den USA im Jahr 1992 ins Leben gerufen. Es soll Anreize für die Herstellung von Bürogeräten mit niedrigem Energieverbrauch schaffen. Das Energy-Star-Emblem signalisiert dem Verbraucher, dass Geräte besonders umweltfreundlich und energieeffizient sind. Während für die amerikanische Seite die Amerikanischen Umweltschutzbehörde (EPA) zuständig ist, hat die EU zur Programmkoordinierung das Energy-Star-Büro der Europäischen Gemeinschaft (EGESB) eingerichtet.
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Entscheidung siehe Europäisches Sekundärreht

Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP)

Die Europäische Nachbarschaftspolitik ist eine Strategie der Europäischen Union, die sich zum Ziel setzt, einen Ring von stabilen und befreundeten Staaten um sich zu schaffen, Stabilität, Sicherheit und Wohlstand im Umfeld Europas zu stärken und die Entwicklung neuer Trennlinien zwischen der EU und ihren Nachbarn zu vermeiden. Ursprünglich war die ENP auf die neuen östlichen Nachbarn nach der EU-Osterweiterung 2004 fokussiert, jedoch wurden auch die südlichen Nachbarn (unter dem Barcelona-Prozess zusammengefasst) mit in die Strategie einbezogen, so dass sich die ENP nun an beinahe alle EU-Nachbarstaaten richtet.
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ERGEG (European Regulators' Group for Electricity and Gas)

Die ERGEG wurde 2003 als Zusammenschluss der europäischen Regulierungsbehörden im Rahmen der Energiebinnenmarkt-Liberalisierung gegründet. Sie setzt sich aus den Vorsitzenden der 27 nationalen Regulierungsbehörden im Energiebereich der EU-Mitgliedstaaten zusammen. Hauptaufgabe der ERGEG ist es, den grenzüberschreitenden Wettbewerb im Energiehandel zu beobachten und zu koordinieren.
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Euromediterrane Partnerschaft siehe Barcelona Prozess

Europäische Atomgemeinschaft (Euratom; EAG)
Der Vertrag über die Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft gilt als einer der Gründungsverträge der Europäischen Gemeinschaft und wurde 1957 von den sechs Gründerstaaten (Frankreich, Italien, Benelux-Staaten, Deutschland) mit dem Ziel unterschrieben, eine schnelle Entwicklung der Atomindustrien in Europa und deren friedliche Nutzung zu fördern.
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Europäische Energiecharta (Europäischer Energiechartavertrag)

Die Europäische Energiecharta (1991) begründete die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Ost- und Westeuropas im Energiesektor, um dadurch die Wirtschaftsentwicklung in den osteuropäischen Ländern und in der ehemaligen Sowjetunion zu fördern Der Vertrag über die Energiecharta und das Energiechartaprotokoll über Energieeffizienz sind 1998 in Kraft getreten.
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Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)

Die EGKS (Montanunion) wurde 1951 als erste der Europäischen Gemeinschaften gegründet. Ihr Zweck war die Errichtung eines gemeinsamen Marktes für Kohle- und Stahlprodukte in den sechs Gründungsländern (Frankreich, Italien, Deutschland, Benelux-Länder). Damit wurde der Grundstein für eine friedliche Zukunft in Europa unter Einbeziehung Deutschlands gelegt. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wurde die EGKS im Jahr 2002 aufgelöst.
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Europäisches Netz der Übertragungsnetzbetreiber (ENÜ)

In diesem europäischen Netz sollen alle europäischen Übertragungsnetzbetreiber (Transmission System Operator (TSO)) zusammenarbeiten, um ein optimales Management der Elektrizitätsübertragungsnetze zu erreichen und den grenzüberschreitenden Stromhandel zu fördern. Gleiches gilt für das Europäischen Netz der Gasfernleitungsnetzbetreiber (ENF).
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Europäisches Sekundärrecht (Verordnung/Richtlinie, Entscheidung)

Das Europäische Sekundärrecht enthält folgende „Gesetze“:

EU-Afrika-Infrastrukturpartnerschaft

Die EU-Afrika-Infrastrukturpartnerschaft ist eine Partnerschaftsinitiative zwischen den beiden Kontinenten, die zum Aufbau der Hauptinfrastrukturnetze (Verkehrswesen, Wasserversorgung, Energieversorgung, Informations- und Kommunikationstechnologie) beitragen soll. Gefördert werden Investitionen in materielle Infrastruktur, institutionen-bildende Maßnahmen, Kapazitätsaufbau und Maßnahmen, die die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen im Land selbst verbessern. Die EU-Afrika-Infrastrukturpartnerschaft baut auf der EU-Afrikastrategie sowie auf den Zielvorgaben aus dem kurzfristigen Aktionsplan im Bereich Infrastruktur „Infrastructure Short-Term Action Plan" (i-STAP) der Afrikanischen Union (AU) und des NEPAD („Neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas") auf.
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EU-Afrikastrategie

Die Afrikastrategie der Europäischen Union ist der Aktionsrahmen für alle Aktivitäten von der Europäischen Union, die darauf abzielen, Afrika bei seiner Entwicklung zu unterstützen. Aufbauend auf den Grundsätzen der Gleichheit, der Partnerschaft und der gemeinsamen Verantwortung zwischen der EU und Afrika stellt sich die Strategie die Aufgabe, bis 2015 Afrika auf den Weg der nachhaltigen Entwicklung zu bringen sowie die Millenium-Entwicklungsziele zu erreichen.
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F
Fernleitungsnetz siehe Übertragungsnetz

7. Forschungsrahmenprogramm

Das 7. Forschungsrahmenprogramm (2007 bis 2013) der Europäischen Union ist von zentraler Bedeutung für die Verwirklichung des Ziels der auf dem Europäischen Rat in Lissabon (2000) formulierten Strategie, Europa zu der wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Region weltweit zu werden. Hierfür ist es notwenig, Bemühungen im Bereich Wissen, Bildung, Forschung und Innovation zu fördern, um die EU zum weltweit führenden Forschungsraum zu machen. Bereitgestellt werden in diesem Rahmen rund 50 Milliarden Euro.
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Forschungsfonds Kohle und Stahl

Der Forschungsfonds für Kohle und Stahl hat seinen Ursprung in der EGKS und dient dazu,
Forschungsprogramme im Bereich Kohle und Stahl, von der Produktion bis zur Anwendung und Nutzung zu fördern. Darüber hinaus soll er dazu beitragen, Kohle als sauberen Energieträger zu verbessern und CO2-Emissionen aus der Nutzung der Kohle- sowie der Stahlproduktion zu verringern. Nach Auslauf der EGKS im Jahre 2002 wurden die Mittel des Fonds durch den Vertrag von Nizza auf die Europäische Gemeinschaft übertragen.
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I topI

H
Hinweisendes Nuklearprogramm

Seit 1958 veröffentlicht die Kommission gemäß Titel II, Kapitel 4, Artikel 40 des Euroatom-Vertrags in regelmäßigen Abständen hinweisende Nuklearprogramme, die über den Anteil der Kernenergie in der EU sowie über die Ziele der einzelnen Mitgliedstaaten für die Produktion von Kernenergie und die hierfür erforderlichen Investitionen informieren. Das derzeitige Hinweisende Nuklearprogramm ist Teil der 2007 stattgefundenen generellen Überprüfung der europäischen Politik im Energiebereich. Es beschreibt den derzeitigen Stand und potenzielle zukünftige Szenarien des Nuklearsektors in der EU im Rahmen einer weiter gefassten Energiestrategie.
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I topI

I
Internationale Atomenergieorganisation (IAEO)

Die Internationale Atomenergieorganisation ist eine Spezialorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Wien. Sie wurde 1957 gegründet und hat derzeit 130 Mitgliedstaaten. Die Organisation hat sich zur Aufgabe gemacht, die friedliche Nutzung von Atomenergie zu fördern, die Sicherheit in diesem Bereich zu erhöhen und gleichzeitig die illegale Proliferation von Atomenergiematerial zu militärischen Zwecken zu unterbinden.
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Internationale Energieagentur (IEA)

Die Internationale Energieagentur der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mit Sitz in Paris wurde 1973 gegründet. Sie dient als Plattform zur Kooperation in Erforschung, Entwicklung, Markteinführung und Anwendung von verschiedenen Energietechnologien und erstattet hierüber Bericht im World Energy Outlook.
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INOGATE (Interstate Oil and Gas Transport to Europe)

Das Kooperationsprogramm zwischen der EU und den Staaten um das Schwarze und das Kaspische Meer zielt darauf ab, die regionale Integration der Pipeline-Systeme zu fördern und den Transport von Öl und Gas zu erleichtern. Es wird vor allem von dem EU-TACIS (Technical Assistance to the Commonwealth of Independent States) Programm finanziert, welches seit 1991 die Beziehungen zwischen der EU und den Staaten Osteuropas finanziell unterstützt.
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ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor)

ITER ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der EU, Japan, China, Russland, Südkorea und den USA zum Bau eines thermonuklearen Versuchsreaktors, der von 2009 an in Cardarache (Frankreich) errichtet werden soll. ITER soll zeigen, dass es physikalisch und technisch möglich ist, durch Kernverschmelzung Energie zu gewinnen.
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I topI

K
Kohäsionsfonds

Dieser Fond wurde 1993 zur finanziellen Unterstützung von Vorhaben im Bereich Umwelt und Verkehrsinfrastruktur eingerichtet und kommt ausschließlich den EU-Mitgliedstaaten zugute, die ein Bruttosozialprodukt pro Kopf von weniger als 90% des EU-Durchschnitts aufweisen. Durch den Kohäsionsfonds sollen die Disparitäten zwischen den EU-Volkswirtschaften verringert werden.
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Kohlenstoffabscheidung und –speicherung siehe CCS-Technologie

Komitologieverfahren

Um der Durchführung der Rechtsvorschriften auf Gemeinschaftsebene gerecht zu werden, wird die Kommission nach dem sogenannten Komitologieverfahren von Ausschüssen unterstützt. Diese Diskussionsforen setzen sich aus Vertreter der Mitgliedstaaten zusammen und ermöglichen der Kommission, vor der Annahme von Durchführungsmaßnahmen einen Dialog mit den einzelstaatlichen Behörden herzustellen und zu einer Entscheidung zu führen.
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Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Die Kraft-Wärme-Kopplung ist die gleichzeitige Nutzung von Strom und Wärme in einem Kraftwerk. Damit wird eine erhöhte Ausnutzung von Brennstoffen erreicht, da der Anteil der Wärme, der über Turbinen oder Generatoren nicht in Strom umgewandelt werden kann, als Brauchwärme genutzt wird und nicht als Abwärme in die Umwelt entlassen wird. Zwar sinkt durch KWK der Wirkungsgrad der Stromgewinnung, jedoch steigt der Gesamtnutzungsgrad auf 60-90%.
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I topI

M
Mitentscheidungsverfahren

Das Mitentscheidungsverfahren bezeichnet ein durch den Vertrag von Maastricht eingeführtes Gesetzgebungsverfahren. Nach diesem Prinzip zu behandelnde Rechtsakte kommen in einem mehrstufigen Verfahren unter gleichberechtigter Beteiligung von Rat und Europäischem Parlament zustanden. Kann nach erster Lesung keine Einigung zwischen Rat und Parlament erzielt werden, muss gegebenenfalls mit Hilfe eines Vermittlungsausschusses ein Konsens gefunden werden. Kann auch der Vermittlungsausschuss keine Einigung erzielen, so kann ohne die Zustimmung des Parlaments kein Rechtsakt erlasen werden. Dieses Verfahren wird in circa drei Viertel aller Sekundärrechtsakte angewandt.
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Montanunion siehe EGKS

I topI

N
Nabucco-Pipeline

Durch das Nabucco-Pipeline-Projekt soll eine Erdgaspipeline von der Türkei bis in das österreichische Baumgarten an der Marsch, nahe der slowakischen Grenze, gebaut werden. Die Pipeline soll die EU mit dem Erdgasvorkommen rund ums Kaspische Meer verbinden und so zu einer Diversifizierung der europäischen Erdgasimporte beitragen. Der Bau der Pipeline, welche circa 3300 km lang sein wird, ist für die Zeit von 2010 bis 2014 vorgesehen.
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I topI

O
Off-Cycle Emissionen

Off-Cycle-Emissionen sind all die Emissionen, die im realen Betrieb bei Fahrzuständen auftreten, die während des Prüfzyklus nicht erfasst werden.
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Ökodesign-Richtlinie

Die Ökodesign-Richtlinie ist eine Rahmenrichtlinie, die Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte festlegt. Produkte müssen diese Anforderungen erfüllen, um die Vorteile des freien Warenverkehrs innerhalb der Europäischen Union in Anspruch nehmen zu können. Die Ökodesign-Richtlinie wird von anderen Rachtsvorschriften, wie etwa der Kennzeichnungspflicht für energiebetrieben Produkte oder das Energy-Star-Abkommen, ergänzt. Die Erweiterung der durch sie betroffenen Produktpalette erfolgt auf Vorschlag des Ökodesign-Regulierungsausschusses, dem Vertreter der Kommission, der Mitgliedstaaten und der Industrie angehören. Eine Neufassung der Ökodesign-Richtlinie ist seit Juli 2008 geplant.
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OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries)

Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder wurde 1960 in Bagdad gegründet und hat ihren Sitz in Wien. Die 13 OPEC-Mitgliedstaaten kontrollieren etwa drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. In der intergouvernemental operierende Organisation koordinieren die Mitglieder gemeinsam ihre Ölproduktion und haben damit Einfluss auf die Preisentwicklung. So entstand ein weitgehend monopolisierter Ölmarkt, der einem freien Preisbildungsmechanismus durch die Festlegung von Förderquoten entgegenwirkt.
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I topI

R
Rechtliche Entflechtung
siehe Entflechtung

Regulierungsbehörde

Aufgrund der EU-Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie vom Februar 1997 musste jeder EU-Mitgliedsstaat eine nationale Regulierungsbehörde einrichten, die für die Beaufsichtigung des Netzzugangs in den Bereichen Strom und Gas zuständig ist. Zur ihren Aufgaben zählen die Sicherstellung von Diskriminierungsfreiheit, echtem Wettbewerb und effizientem Funktionieren des Markts.
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Richtlinie siehe Europäisches Seku

I topI ndärrecht

S
Schwarzmeersynergie

Die Schwarzmeersynergie soll die Zusammenarbeit der Staaten der Schwarzmeerregion untereinander sowie zwischen dieser Region und der EU entwickeln. Sie fördert, ergänzend zu den bilateral von der EU bereits angestoßenen Projekten, die Stabilität in den Staaten rund um das Schwarze Meer.
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SET-Plan (European Strategic Energy Technology Plan)

Der SET-Plan soll die Verbreitung kostengünstiger kohlenstoffarmer Technologien voranbringen. Er umfasst Maßnahmen im Bereich Planung, Umsetzung und Ressourcen und in der internationalen Kooperation im Bereich Energietechnologie.
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Subsidiaritätsprinzip

Das Subsidiaritätsprinzip regelt die Kompetenzverteilung und Funktionsweise der Europäischen Union in Aufgabenbereichen, die nicht in die ausschließliche Zuständigkeit der EU fallen. Das aus der christlichen Soziallehre stammende Prinzip wurde mit dem Vertrag von Maastricht in den EG-Vertrag eingeführt und nimmt dort eine prominente Stelle ein (Art.5). Es besagt, dass die Gemeinschaft nur tätig werden kann „sofern und soweit die  in Betracht gezogenen Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedstaaten nicht ausreichend erreicht werden können und daher wegen ihres Umfangs oder ihrer Wirkungen besser auf Gemeinschaftsebene erreicht werden können“. Damit soll ein unnötiger europäischer Zentralismus verhindert werden und mehr Bürgernähe geschaffen werden.
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I topI

T
Transeuropäische Netze (TEN)

Die Konstruktion Transeuropäischer Netze im Bereich Energie (TEN-E) stellt einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes dar. Dieser bedarf einer guten Infrastruktur, die in vielen Bereichen entwickelt und vernetzt werden müssen. Im Energiesektor werden zum Ausbau von grenzüberschreitender Infrastruktur jährlich etwa 25 Million Euro bereitgestellt, um u.a. zu einer Vernetzung der noch bestehenden Energieinseln beizutragen und somit Versorgungssicherheit und Wettbewerb zu fördern.
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Treuhandfonds der Infrastruktur-Partnerschaft EU-Afrika

Der Treuhandfonds der EU-Afrika-Infrastrukturpartnerschaft wurde 2005 im Anschluss an die Erklärung zu Afrika des G-8 Gipfels in Gleneagles eingerichtet. Er soll grenzüberschreitende und regionale Infrastrukturvorhaben in den Ländern Afrikas südlich der Sahara unterstützen. Der Fonds wird von der Europäischen Investitionsbank verwaltet.
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I topI

U
Übertragungsnetze

Übertragungsnetze sind Stromnetze, die zur Belieferung regionaler und lokaler Verteilnetze Strom transportieren. Fernleitungsnetze übernehmen diese Aufgabe für den Gassektor.
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Upstream

Die Begriffe „upstream“ (stromaufwärts) und „downstream“ (stromabwärts) bezeichnen die Flussrichtung von Gütern etc. in einem hierarchisch gegliederten System, wobei Aktivitäten, die entfernt vom Kunden stattfinden, wie etwa die Exploration von Öl- und Gasfeldern, als Aktivitäten „upstream“ bezeichnet werden, während Aktivitäten näher am Verbraucher, wie etwa das Raffinieren von Rohöl und dessen Verteilung, „downstream“ stattfinden.
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I topI

V
Verflüssigtes Erdgas (LNG)

(= liquified natural gas) ist durch Abkühlung auf –161°C verflüssigtes Erdgas, welches nur einen Bruchteil des Volumens von Erdgas im gasförmigen Aggregatzustand hat, und somit leichter transportfähig ist. Darüber hinaus verliert das Gas im flüssigen Zustand seine Leitungsgebundenheit, so dass der Transport auf der Straße, auf der Schiene und per Schiff möglich wird. Jedoch ist die Verflüssigung sehr energieaufwändig und somit kostspielig, daher spielt es für die Versorgung mit Erdgas in Europa bislang nur eine untergeordnete Rolle.
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Verordnung siehe Europäisches Sekundärrecht

Vertikal integrierte Unternehmen

Vertikal integrierter Unternehmen sind Unternehmen, die auf mehreren Ebenen der Energieversorgung (Erzeugung – Übertragung – Handel - Verteilung) tätig sind. Viele der deutschen Versorger sind vertikal integriert, da sie nicht nur Energie produzieren und übertragen, sondern auch Verteilernetze betreiben.
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Vertrag von Lissabon

Der Vertrag von Lissabon über die Reform der Europäischen Union aus dem Jahre 2007 ist der Versuch, die Europäische Union auf eine einheitliche rechtliche Grundlage zu stellen und zu reformieren. Er soll den ein Jahr zuvor gescheiterten Verfassungsvertrag ersetzen, und sieht Änderungen in der institutionellen Architektur und den Zuständigkeiten der Union vor. Inkrafttreten kann dieser Vertrag nachdem alle 27 EU-Mitgliedstaaten in ratifiziert haben; da Irland sich in einem Referendum im Juni 2008 gegen diesen Vertrag ausgesprochen hat, ist seine Umsetzung derzeit derzeit ungewiss.
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Vertragsverletzungsverfahren

Bei einem Vertragsverletzungsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wird der Vorwurf der Vertragsverletzung gegenüber eines EU-Mitgliedstaates geprüft. Seit dem Vertrag von Maastricht ist es dem EuGH möglich, bei einer Vertragsverletzung Zwangsgelder gegen den betreffenden Staat zu verhängen. Dieser Prozess ist jedoch an Vorstufen gebunden und meist sehr langwierig.
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