Europäisches Parlament 15. November 2007:
Das Europäische Parlament beschließt auf Vorlage eines Initiativberichts eine Stellungnahme zur Stärkung der Europäischen Nachbarschaftspolitik. Die Abgeordneten zeigen schon zu Beginn Skepsis gegenüber der geographischen Ausrichtung der ENP, die die Staaten Osteuropas und Nordafrikas unter gleichen Prämissen und mit dem gleichen Instrument behandelt. Grundsätzlich wird für den Sektor Energie ein multilaterales Vorgehen gefordert, das auf bestehenden regionalen und grenzübergreifenden Kontakten bestehen soll. Dabei soll die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, rechtsverbindliche sektorale Abkommen zu schließen und Investitionen im Rahmen der transeuropäischen Netze auf die ENP auszuweiten. Eine Initiative der Kommission zur Entwicklung eines EU-ENP-Energievertrages nimmt das Parlament positiv auf. Mit Blick auf die osteuropäischen Nachbarländer wird die schrittweise Einbindung in die Energiegemeinschaft gefordert und die Einbeziehung der Energieversorgungssicherheit als einen Eckpfeiler der ENP begrüßt. Sich selbst spricht das Parlament eine große Verantwortung in der weiteren Gestaltung und der Umsetzung der ENP zu, den es über sein Haushaltsrecht in Anspruch zu nehmen gedenkt. |
Kommission 05. Dezember 2007
Mitteilung der Kommission: Für eine starke Europäische Nachbarschaftspolitik |
Rat18. Februar 2008:
In seinen Schlussfolgerungen zur Europäischen Nachbarschaftspolitik erklärt der Rat seine Unterstützung für die ENP-Länder im Rahmen der Aktionspläne, insbesondere mit Blick auf die Bereiche Energieversorgungssicherheit, Klimawandel und Umwelt. Zusätzliche finanzielle Mittel sollen zukünftig für Infrastrukturvorhaben in den Bereichen Energie, Umwelt und Verkehr verwendet werden können. |
Kommission03. April 2008
Mitteilung der Kommission: Für eine starke Europäische Nachbarschaftspolitik |
Kommission 03. April 2008
Begleitdokument zur Mitteilung der Kommission: 'Implementierung der Europäischen Nachbarschaftspolitik im Jahr 2007': Sektoraler Fortschrittsbericht |
Kommission03. April 2008
Länderfortschrittsberichte:
Moldawien
Ukraine
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Kommission 03. Dezember 2008
Mitteilung der Kommission: Östliche Partnerschaft
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9. September 2008
EU-Ukraine Gipfeltreffen (Paris)
Auf dem EU-Ukraine-Gipfel konstatieren der ukrainische Präsident Juschtschenko, EU-Ratspräsident Sarkozy und Kommissionspräsident Barroso die Fortschritte, die im Hinblick auf das Assoziierungsabkommen in allen Bereichen gemeinsamen Interesses seit der Annahme des Aktionsplans 2005 erreicht wurden. Neben der strategischen Bedeutung der bilateralen Beziehungen wurde überdies betont, dass eine weitere politische, wirtschaftliche und rechtliche Annäherung der Ukraine an die EU zu einer Vertiefung der Partnerschaft beitragen könne. Mit Blick auf die bereits erzielten Verhandlungsergebnisse unterstrichen die Parteien die Notwendigkeit, den bestehenden Aktionsplan ab März 2009 durch ein neues praktisches Instrument zur Umsetzung des Assoziierungsabkommens zu ersetzen.
Hinsichtlich der Kooperation im Energiebereich versicherten sich beide Seiten ihrer gemeinsamen strategischen Interessen und begrüßten das Bekenntnis der Ukraine zur Reformierung ihres Gassektors einschließlich der Modernisierung ihrer Energieinfrastruktur. Anerkannt wurden ferner die erzielten Forschritte bei der Umsetzung der Prioritäten des ‚Memorandum of Understanding on cooperation in the field of energy’, der Zusammenarbeit in Fragen der nuklearen Sicherheit sowie der fortschreitende Prozess der Integration der Ukraine in den europäischen Energiesektor.
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Europäisches Parlament 19. Februar 2009:
Entschließung des Europäischen Parlaments zur Überprüfung des Europäischen Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstruments
Das Europäische Parlament beschließt mit 500 Ja-Stimmen, 46 Gegenstimmen bei 12 Enthaltungen einen vom Auswärtigen Ausschuss seit 2006 vorbereiten und von Berichterstatter Szymański Konrad (UEN/Polen) vorgelegten Initiativbericht zur Überprüfung des Europäischen Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstruments.
Der Ausschuss fordert dabei in erster Linie einen länderspezifischen Ansatz, um gemeinsam mit den Partnerregierungen Mechanismen zur stärkeren Einbindung und Konsultation der jeweiligen Zivilgesellschaften bei der Umsetzung des ENPI und nationaler Reformprogramme zu entwickeln. Voraussetzung für sektorbezogene und allgemeine Budgethilfen im Rahmen des ENPI soll demnach in Zukunft eine transparente, wirksame und verantwortliche Verwendung der bereitgestellten Mittel durch die Partnerländer sein.
Hinsichtlich der Frage der Energieversorgungssicherheit begrüßten die Abgeordneten die mittelfristig zwischen der EU und den Nachbarländern angestrebte Vernetzung und Diversifizierung des Energiemarkts, betonten jedoch die Notwendigkeit neben der Harmonisierung der Energiepolitik und des Energierechts ebenfalls der Modernisierung der Energieinfrastruktur besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Angesichts veränderter geopolitischer Bedingungen in den östlichen Nachbarländern fordert der Bericht außerdem eine Weiterentwicklung der bisherigen ENP und unterstützt daher den Vorschlag der Kommission eine Östliche Partnerschaft zu begründen. Der Energieversorgungssicherheit wird im Zusammenhang dieser Partnerschaft große Bedeutung beigemessen, ebenso wie dem von der Kommission angestrebten Abschluss der Verhandlungen über die Mitgliedschaft der Ukraine und der Republik Moldau in der Energiegemeinschaft und der Annäherung Aserbaidschans an den EU-Energiemarkt. Nach Auffassung des Parlaments soll durch eine bessere Koordinierung der einzelnen Initiativen zur Schwarzmeersynergie, Union für das Mittelmeer und Östlichen Partnerschaft die ENPI- Förderung der südlichen und östlichen Dimension der ENP besser in Einklang gebracht werden.
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23. März 2009
Hochrangige Investorenkonferenz über die Modernisierung des Gastransitsystems der Ukraine (Brüssel)
Auf der internationalen Investorenkonferenz in Brüssel, die angesichts der jüngsten Gaskrise und der aktuellen Wirtschaftskrise besondere Brisanz besaß, versammelten sich Vertreter der EU und der Ukraine sowie Vertreter von internationalen Finanzinstitutionen, der EU- Mitgliedstaaten, anderer Staaten und der Gasindustrie, um Maßnahmen zur Modernisierung des ukrainischen Gastransitsystems zu erörtern. In der Abschlusserklärung der Konferenz wurde die große Bedeutung der ukrainischen Energieinfrastruktur für die wirtschaftliche und politische Stabilität sowie die Energiesicherheit der EU und der Ukraine hervorgehoben und die strategische Energiepartnerschaft im Hinblick auf den notwendigen Ausbau und die Modernisierung des ukrainischen Gas-Leitungsnetzes bekräftigt. Unterstützt von der EU erklärte die Ukraine ihre Absicht, sich durch eine Mitgliedschaft in der Energiegemeinschaft Südosteuropa stetig in den Europäischen Energiemarkt zu integrieren und auf diesem Wege Nachhaltigkeit, Verlässlichkeit, Effizienz und Transparenz ihres Gas-Transit-Systems zu verbessern. Die Unterzeichner der Erklärung begrüßten ferner die Bereitschaft der ukrainischen Regierung ein Programm zur Reform des Gas-Sektors (2010-2011) in Zusammenarbeit mit der EU und internationalen Finanzinstitutionen durchzuführen. Dieses Programm soll bis Ende 2009 erarbeitet werden und die vorherrschende EU-Gesetzgebung sowie die bislang getroffenen Vereinbarungen zwischen der EU und der Ukraine im Energiebereich berücksichtigen. Als weitere Schritte bei der Umsetzung der Reform des Gassektors sind neben der Schaffung einer technischen Koordinierungsgruppe unter dem Dach des ukrainischen Energieunternehmens Naftogaz, die Bereitstellung von technischer und finanzieller Unterstützung von Seiten der EU-Kommission vorgesehen.
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Kommission23. April 2009
Mitteilung der Kommission zur Umsetzung der Europäischen Nachbarschaftspolitik im Jahr 2008; Sektoraler Fortschrittsbericht In ihrer Mitteilung zur Umsetzung der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) beurteilt die Kommission das Jahr 2008 angesichts militärischer Konflikte in den Nachbarregionen der EU als ein schwieriges Jahr für die ENP. Nichtsdestotrotz wurden laut dem Bericht im vergangenen Jahr Fortschritte bei der Zusammenarbeit mit den Partnerländern erzielt.
Im Energiebereich wird sowohl auf bilateraler als auch auf multilateraler Ebene eine positive Bilanz der Entwicklungen gezogen. So vereinbarte die EU im vergangenen Jahr unter anderem mit Ägypten ein Memorandum of Understanding (MoU) über eine strategische Energiepartnerschaft und steht kurz vor dem Abschluss eines Energie-MoU mit Algerien. Zudem erzielten die Ukraine und Aserbaidschan bei der Umsetzung der bestehenden MoUs im Energiesektor deutliche Fortschritte.
Im regionalen bzw. multilateralen Rahmen verzeichnet die Kommission ebenfalls einen positiven Trend. Neben Forschritten bei der Umsetzung der im Jahr 2006 beschlossenen Roadmap für eine Energiekooperation zwischen der EU und den Regionen des Schwarzen und Kaspischen Meeres, setzten die arabischen Mittelmeeranrainer ihre Bemühungen zur Einrichtungen eines gemeinsamen Gasmarkts mit der EU fort. Darüber hinaus arbeiteten Algerien, Marokko und Tunesien erfolgreich an der Verwirklichung eines gemeinsamen Elektrizitätsmarkts in der Maghreb-Region. Als weiteren Schwerpunkt der Zusammenarbeit im Energiebereich hebt die Kommission den erfolgreichen Ausbau bestehender Energieinfrastrukturen sowie Neubauprojekte hervor, zu denen neben Gas- und Ölpipelines im Kaspischen Raum ebenfalls Pipelineprojekte gehören, die nordafrikanisches Erdgas durch das Mittelmeer auf den europäischen Markt befördern sollen. Mit Blick auf die Integration von ENP-Partnerländern in den europäischen Energiemarkt weist die Kommission auf die im vergangenen Jahr begonnenen Verhandlungen mit der Republik Moldau und der Ukraine über einen Beitritt zum Vertrag zur Gründung der Energiegemeinschaft hin. Der Fortschrittsbericht unterstreicht ferner die positive Wirkung des Europäischen Nachbarschaftsinstruments (ENPI), durch dessen Mittel in Ägypten, Georgien, Tunesien und der Ukraine die Elektrizitätsinfrastrukturen verbessert und die Förderung erneuerbarer Energien bei der Stromproduktion vorangetrieben werden konnten.
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Kommission23. April 2009
Länderfortschrittsberichte:
Ägypten
Armenien
Aserbaidschain
Georgien
Israel
Jordanien
Libanon
Marokko
Moldawien
Palästinensische Gebiete
Tunesien
Ukraine
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7. Mai 2009:
EU Gipfel zur Gründung der Östlichen Partnerschaft
Auf dem Gipfel in Prag haben die Mitgliedstaaten der EU gemeinsam mit den sechs ehemaligen Sowjetrepubliken, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, der Republik Moldau, Ukraine und Weißrussland die Östliche Partnerschaft ins Leben gerufen, die der Vertiefung der gegenseitigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen dienen soll. Die Teilnehmer vereinbarten im Rahmen der neuen Partnerschaft daher sowohl eine engere bilaterale als auch multilaterale Zusammenarbeit in den vier Kernbereichen Demokratieförderung, wirtschaftliche Integration, Energiesicherheit und interkultureller Austausch. Jedem dieser Bereiche ist eine „Plattform“ zugeordnet, die die Umsetzung der gemeinsamen Ziele begleiten soll.
Im Energiebereich soll die Östliche Partnerschaft Rahmenbedingungen für eine engere Zusammenarbeit der Partnerländer mit dem Ziel einer langfristigen, störungsfreien Energieversorgung schaffen. Eine bessere Energiemarktregulierung, die Förderung von Energieeffizienz sowie ein verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien sollen diesen Prozess begleiten. Konkrete Vereinbarungen zur wechselseitigen Zusammenarbeit im Energiebereich könnten künftig in neue Assoziierungsabkommen oder andere bilaterale Abkommen aufgenommen werden.
Um konkrete Projekte in den genannten Zielbereichen der Östlichen Partnerschaft umzusetzen, haben sich die EU-Mitgliedstaaten auf dem Frühjahrsgipfel im März 2009 dazu verpflichtet, die finanzielle Unterstützung für die östlichen Nachbarländer zu erhöhen. Zudem sollen zusätzliche Mittel unter anderem von der Europäischen Investitionsbank, der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie von internationalen Gebern bereitgestellt werden.
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Kommission23. März 2010
Aufstockung der Finanzmittel des Europäischen Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstruments
Im Zuge einer Halbzeitüberprüfung der bestehenden Programme des Europäischen Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstruments (ENPI) hat die Kommission eine Aufstockung der Finanzmittel für die Jahre 2011-2013 beschlossen. Über die nächsten drei Jahre sollen mehr als 5,7 Mrd. Euro bereitstehen, um die politische und wirtschaftliche Integration der EU mit ihren Nachbarländern zu fördern. Während für das Jahr 2010 1,6 Mrd. Euro veranschlagt sind, soll dieser Betrag bis 2013 auf über 2 Mrd. Euro jährlich steigen.
Die Projektmittel sollen zur Förderung von Reformen und grenzübergreifender Zusammenarbeit auch in Bereichen wie Klimawandel, Verkehr, Energie und Umwelt eingesetzt werden. Weiterhin wurde ein neues interregionales Programm geschaffen, das neben Hochschulkooperation und kultureller Zusammenarbeit auch Sachinvestitionen in den Bereichen Verkehr, Energie und Umwelt unterstützt. Das Programm umfasst auch Kooperationsmaßnahmen mit Russland. |